Die Strategie der US-Regierung nach dem Massaker der Hamas-Terroristen in Israel war von einem klar erkennbaren roten Faden geprägt: den Massenmord zwar verurteilen, aber gleichzeitig trotz amerikanischer Opfer und Geiseln jede klare Schuldzuweisung in Richtung Teheran vermeiden. Obwohl selbst Hamas-Funktionäre mittlerweile zugaben, vom Iran Hilfe erhalten zu haben, und das „Wall Street Journal“ eine lange Indizienkette dazu veröffentlichte, will Joe Biden das Thema Iran auf kleinstmöglicher Flamme kochen. Der Grund: die Wahl 2024.
Der Präsident will – trotz seiner Solidaritätsadressen an Israel – nicht militärisch in den Nahost-Konflikt verwickelt werden. Seine Kernwähler wollen möglichst eine Selbstisolation der USA. Aus diesem Grund hatte Biden schon Afghanistan Hals über Kopf verlassen. Ein Konflikt mit dem Iran sähe auch nicht gut aus, schließlich ließ Biden dem Land kürzlich ohne Not sechs Milliarden US-Dollar an eingefrorenen Geldern überweisen. Diese Steilvorlage für den politischen Gegner hofft er damit zu entschärfen, dass er verbreiten lässt, es gebe ja keine Beweise für eine „direkte Verwicklung“ des Iran.
Bidens Sicherheitsberater Jake Sullivan, einst „Architekt“ von Barack Obamas Atomabkommen mit dem Iran, glaubt immer noch, den Vertrag wiederbeleben zu können. Dafür aber braucht er das Wohlwollen Teherans.
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