EU-Asylagentur rechnet 2023 mit einer Million Anträgen

von Redaktion

Anstieg in Deutschland beträgt 74 Prozent gegenüber Vorjahr – Jeder dritte Geflüchtete stammt aus Syrien

München – Die Zahl der Asylanträge in den 27 Ländern der EU sowie der Schweiz und Norwegen wird in diesem Jahr voraussichtlich die Millionenmarke überschreiten. Wie die „Welt“ mit Verweis auf neueste und bisher unveröffentlichte Zahlen der EU-Asylagentur EUAA berichtete, wurden in diesen Ländern seit Jahresbeginn mehr als 800 000 Asylanträge gestellt. Bis zum Jahresende könnte der höchste Wert seit 2016 erreicht werden. Damals waren 1,23 Millionen Anträge gezählt worden.

Die größten Zuwächse verzeichneten laut der EU-Asylagentur Lettland mit einem Anstieg von fast 170 Prozent und Estland mit knapp 120 Prozent. Dies wird vor allem auf die illegale Migration aus Belarus infolge des Ukraine-Kriegs zurückgeführt. An dritter Stelle steht den Zahlen der Asylagentur zufolge Deutschland mit 74 Prozent mehr Anträgen als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Laut der EU-Asylagentur wurde in Deutschland fast jeder dritte Asylantrag von einem syrischen Staatsbürger gestellt, gefolgt von Migranten aus Afghanistan und der Türkei. Den größten Rückgang von Asylanträgen verzeichneten demnach Dänemark, Malta, Zypern und Österreich. Insgesamt wurden in den ersten neun Monaten dieses Jahres in Deutschland 251 213 Asylanträge gestellt, der Großteil davon (233 744) waren Erstanträge. Das ist eine deutliche Steigerung zum Vorjahr: 2022 waren es in Deutschland in zwölf Monaten 244 132 Asylanträge. 2021 lag die Zahl bei 190 816. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 lag die Zahl der Asylanträge bei 746 000. Über den Großteil der Anträge aus diesem Jahr wurde bereits entschieden (195 772). 43 354 Asylbewerber wurden abgelehnt.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat die Asylzahlen auch für Bayern erfasst. Die meisten Antragsteller kamen in den ersten neun Monaten des Jahres aus Syrien (9672), Afghanistan (7353), der Türkei (4818), dem Irak (1182), Georgien (1178), dem Jemen (1136), aus Russland (1083), dem Iran (872), Somalia (702), der Elfenbeinküste (555) und Eritrea (516) nach Deutschland.

Insgesamt wurden in Bayern von Januar bis September 35 465 Erstanträge und 2555 Folgeanträge gestellt. Über 25 560 ist bereits entschieden worden, 5633 Asylanträge wurden abgelehnt. In 2248 Fällen gab es ein Abschiebeverbot, 6885 Mal wurde subsidiärer Schutz ausgesprochen (in diesen Fällen gilt die Aufenthaltserlaubnis für ein Jahr).  dpa/kwo

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