München – Sie haben mit gefälschten Whatsapp-Nachrichten und Liebesbetrügerei hunderttausende Euro Beute gemacht. Das Geld wuschen die Afrikaner dann in Deutschland – mithilfe von Mittelsmännern, die in Münchner Flüchtlingsunterkünften sitzen. Laut der Polizei gab es am Dienstag eine groß angelegte Razzia, bei der Zimmer in sechs Unterkünften durchsucht wurden. Gegen zwei Männer erging Haftbefehl.
Konkret handelt es sich um einen 23-Jährigen aus SierraLeone und einen 40-Jährigen aus Nigeria. Beide Männer sitzen derzeit in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Stadelheim. Gegen sie besteht der Verdacht der gewerbsmäßigen Geldwäsche. Anhand von Kontoauswertungen und weiteren Geldwäscheverdachtsfällen ergaben sich für die Ermittler Verbindungen zu einem regelrechten Netzwerk. Der 23-Jährige könne laut Polizei sogar als eine Art Finanzagent des ganzen kriminellen Netzwerks verstanden werden.
Dessen Mitglieder zocken Menschen in Deutschland ab. Zum Beispiel mit der Lovescam-Methode, bei denen Singles eine Beziehung vorgetäuscht wird. „Die erbeuteten Geldbeträge transferierte der 23-Jährige an unterschiedliche Empfänger weiter.“ Dabei geht es um einen sechsstelligen Beute-Betrag. Die Ermittlungen dauern an. NADJA HOFFMANN