Dominik Krause ist zu Münchens zweitem Bürgermeister gewählt worden. Der 33-Jährige tritt die Nachfolge von Katrin Habenschaden an – und damit in sehr große Fußstapfen. Habenschaden ist stets verbindlich, zuverlässig, fleißig und als politische Pragmatikerin allenthalben vermittelbar. Die 46-Jährige genießt große Wertschätzung über die Parteigrenzen hinaus.
Diese Wertschätzung erfährt ihr Nachfolger (noch) nicht, nicht mal innerhalb der grün-roten Rathauskoalition. Krause erhielt nur 40 Stimmen, 43 Vertreter von SPD und Grünen waren anwesend. Ein Vertrauensvorschuss sieht anders aus. Krause wird am Amt, an der Aufgabe wachsen, die Zweifler überzeugen müssen. Dass er dies kann, hat er bereits unter Beweis gestellt. Als Krause 2014 in den Stadtrat einzog, galt er als linker Ideologe. Er wurde Parteivorsitzender, dann Fraktionschef und hat sich in diesen Rollen mehr und mehr geerdet. Er war beispielsweise bundesweit einer der ersten Grünen, der sich zum Weiterbetrieb von Isar 2 bekannte, um die Energieversorgung in München zu sichern.
Ergebnis-, sachorientiert muss er nun als zweiter Bürgermeister Politik für München machen. Das ist nicht nur angesichts leererer Kassen notwendig. Krause ist nun in der besten Position für eine OB-Kandidatur 2026. Dafür wird aber auch entscheidend sein, wie er das Amt und die Fußstapfen von Katrin Habenschaden ausfüllt.
Sascha.Karowski@ovb.net