Der Nahost-Krieg wird nicht nur mit Raketen und Bomben ausgefochten – es ist auch ein Krieg der Bilder, ein Kampf um das Mitleid der Weltgemeinschaft. Niemanden können die getöteten Kinder in Gaza kaltlassen. Aber jeder mitfühlende Mensch leidet auch mit den israelischen Eltern mit, deren Kinder irgendwo im dunklen Tunnelsystem der Hamas gefangen gehalten werden.
Das Leid beider Seiten ist entsetzlich – aber Politik, die sich nicht nur von Emotionen leiten lassen darf, muss immer im Auge haben: Die Hamas-Terroristen haben mit ihrem bestialischen Überfall auf Kibbuz-Bewohner und feiernde junge Menschen die Spirale der Gewalt in Gang gesetzt. Israel reagiert – und dass so viele palästinensische Zivilisten nun Opfer werden, ist auch Schuld der arabischen „Brüder“, die nichts tun, um Palästinensern Zuflucht in ihren Ländern zu gewähren. All dies sollten Staats- und Regierungschefs bei ihren Reaktionen auf die israelischen Angriffe auf Gaza im Kopf haben. Umso mehr aber ist ein UN-Generalsekretär dazu verpflichtet, den gravierenden Unterschied zwischen Terror und dem Recht auf Selbstverteidigung nicht zu verwischen. Genau das aber hat Antonio Guterres getan, indem er die Hamas-Gräuel relativierte.
Es ist eine Binsenweisheit, dass der Nahost-Konflikt eine komplexe Vorgeschichte hat. Natürlich findet das alles nicht „im luftleeren Raum“ statt, wie es Guterres formulierte. Aber nichts rechtfertigt das Vorgehen der Hamas.
Klaus.Rimpel@ovb.net