UN-Chef löst Eklat aus

von Redaktion

Israel erzürnt – SiKo-Chef verteidigt Guterres

München/Berlin – Der Ton zwischen Israel und den Vereinten Nationen verschärft sich. Nachdem UN-Generalsekretär António Guterres die israelischen Gegenangriffe im Gazastreifen kritisiert hatte, kündigte Israel an, UN-Vertretern keine Visa mehr zu geben. Guterres hatte von „eindeutigen Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht“ im Zusammenhang der israelischen Angriffe gesprochen. Der israelische UN-Botschafter Gilad Erdan rief ihn daraufhin zum Rücktritt auf. Die Bundesregierung sprach Guterres hingegen ihr Vertrauen aus. Die Situation sehr aufgeladen, sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit.

Guterres verteidigte sich angesichts der Kritik an seinen Äußerungen. „Ich bin schockiert über die Fehlinterpretation einiger meiner Erklärungen gestern im Sicherheitsrat–- als würde ich Terrorakte der Hamas rechtfertigen“, sagte er. Dies sei falsch.

Kritisiert wurde auch der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz (SiKo), Christoph Heusgen. Er hatte Guterres im ZDF verteidigt. Der frühere Berater von Angela Merkel verwies auf UN-Resolutionen, wonach die israelische Besetzung palästinensischer Gebiete eine „Verletzung des Völkerrechts“ sei. Israels Botschafter Ron Prosor bezeichnete diese Äußerung als „ungeheuerlich“. Er kritisierte, dass Heusgen gefordert habe, auf die Bodenoffensive zu verzichten. Dieser „sprach Israel damit das Selbstverteidigungsrecht ab“. Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland bedauerte Heusgen gestern seine Äußerungen. Er hatte den Terror gegen Israel als „Hamas-Aktion“ bezeichnet. » KOMMENTAR

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