Polizei vermutet Terror-Netzwerk

von Redaktion

Weitere vorübergehende Festnahmen wegen Anschlagsplan auf Kölner Dom – Mann in Gewahrsam

Köln – Im Zusammenhang mit möglichen Anschlagsplänen auf den Kölner Dom hat die Polizei vier weitere Verdächtige vorübergehend festgenommen. Die mutmaßlichen Islamisten im Alter von 25, 30, 38 und 41 Jahren sind tadschikischer, usbekischer und türkischer Herkunft und wurden in Duisburg, Herne, Nörvenich im Kreis Düren und Bochum festgenommen. Sie sollen Komplizen des 30-jährigen Tadschiken sein, der bereits am Heiligabend festgenommen wurde, wie die Kölner Polizei am Sonntag auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz mitteilte. Am Montag wurden drei der Männer dann wieder auf freien Fuß gesetzt. Dies habe ein Richter am 1. Januar entschieden, teilte die Polizei in Köln am Montagabend mit. Ein 25-jähriger Tadschike bleibe hingegen „nach eingehender Befassung mit dem Fall“ für die Dauer von 14 Tagen in polizeilichem Gewahrsam. Etwa 1000 Polizeibeamte waren zum Jahreswechsel rund um den Kölner Dom im Sondereinsatz. Größere Zwischenfälle gab es nicht.

Neue Hinweise des Bundeskriminalamts und des Bundesnachrichtendiensts erlaubten es den Ermittlern, ein konkretes Bild von den Anschlagsplänen zu zeichnen, hatte es am Sonntag geheißen: Der Anschlag sollte offenbar mit einem Auto ausgeführt werden, dahinter steht demnach ein Täternetzwerk mit Verbindungen nach Zentralasien. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) sprach von „islamistischen Personen und Personengruppen“, die „im Moment aktiver sind als sonst“. Reul sagte, es verwundere nicht, dass angesichts einer bestehenden abstrakten Anschlagsgefahr ein so herausragendes christliches Bauwerk wie der Kölner Dom in den Fokus islamistischer Terroristen gerate.

Auf welche Weise der Anschlag ausgeführt werden sollte, sei der Polizei noch nicht bekannt, sagte der Leiter der Verkehrsdirektion der Kölner Polizei, Frank Wißbaum. Die Sicherheitsvorkehrungen für die Silvesternacht rund um den Kölner Dom seien nach den neuen Erkenntnissen verstärkt worden. Beamte hätten die Tiefgarage unter dem Kölner Dom mit Sprengstoffspürhunden untersucht. Dabei sei nichts Verdächtiges festgestellt worden. „Wir haben Stand jetzt keine Dinge gefunden, die auf einen unmittelbaren Anschlag hindeuten“, sagte Wißbaum.

Kölns Polizeipräsident Johannes Hermanns sagte, die Festgenommenen stünden in Verbindung mit dem Tadschiken, der an Heiligabend in Wesel festgenommen wurde. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass es offenkundig ein Netzwerk von Verdächtigen gebe. Mit Blick darauf sprach Wißbaum von einem „Geflecht von Menschen aus Zentralasien“.

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