US-Strategie gegenüber Iran

Washingtons Kurswechsel

von Redaktion

VON FRIEDEMANN DIEDERICHS

Erstmals haben die USA am Wochenende wirklich spürbar auf die fortgesetzten Provokationen der vom Iran geförderten Huthi-Extremisten im Jemen reagiert. Das Versenken von mehreren Booten der Rebellen mit Todesopfern unter den Besatzungen war eine überraschend deutliche Eskalation Washingtons, nachdem vorangegangene Vergeltungsmaßnahmen nur minimalen Schaden angerichtet hatten und erkennbar darauf ausgerichtet waren, den Iran nicht zu provozieren. Doch offensichtlich hat das Weiße Haus nun erkannt, dass es gegenüber Terrororganisationen an Glaubwürdigkeit verliert, wenn es nicht irgendwann resolut durchgreift.

Offenbar ist Präsident Joe Biden zur Auffassung gekommen, dass der Iran sich nicht aktiv in die Kampfhandlungen in Nahost einmischen wird. Mit dieser Analyse dürfte Biden richtig liegen. Zu dem von Experten so gerne beschworenen „Flächenbrand“ wird es also vorerst nicht kommen. Denn auch wenn das Weiße Haus auf keinen Fall im Wahljahr 2024 ein ausgeweitetes Militärengagement will, so zeigt doch die fortgesetzte Rückendeckung für Israel durch Waffenlieferungen, dass der Iran keinen Keil zwischen die beiden Partner treiben kann. Und Teheran scheint begriffen zu haben, dass ein Eingreifen mit eigenen Militärs – vor allem an der Hisbollah-Front im Libanon – Benjamin Netanjahu das Argument liefern könnte, die eigentlich größte Bedrohung für Israel zum Ziel von Luftschlägen zu machen: die iranischen Nuklearanlagen, in denen an Atombomben gearbeitet wird.

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