Die CSU-Reformpläne für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sind hart. Aber nicht radikal. Sie folgen einer späten, aber logischen Einsicht: Nur ein zurechtgestutztes, sparsames System kann überleben. Es mag in den Intendanzen und Räten noch nicht jeder einsehen – aber die Akzeptanz im Land ist akut gefährdet, die nächste Beitragserhöhung brächte den Bruch zwischen zahlender Bevölkerung und den mit 8 Milliarden Euro ausgestatteten Sendern. Wer das viele Gute an ARD, ZDF, BR und Co retten will, muss eingreifen, nicht wegschauen.
Richtig an den Plänen ist, nicht nur auf die Beitragshöhe zu starren, sondern Senderstruktur, Programmauftrag und Verwaltung neu zu planen. Wildwuchs etwa bei den ausufernden Online-Aktivitäten – beitragsfinanziert! –, Doppelstrukturen bei Kanälen und recht satt ausgestattete Intendanzen sind große Teile des Problems. Die Inbrunst mancher Satire-Formate und der Spardruck auf seriöse Informationsangebote (in denen oft starke Arbeit geleistet wird) sind andere Irrwege in diesem System.
Einiges an den Söder-Plänen wird an anderen Ländern scheitern: Standortfragen, Eitelkeiten. Trotzdem wäre es gut, wenn die 16 Ministerpräsidenten eine tiefe, ehrliche Beratung über eine schlanke, neu aufgestellte Medien-Grundversorgung starten. Das muss Chefsache sein.
Christian.Deutschlaender@ovb.net