Donald Trump hat – wie von fast allen Demoskopen erwartet – bei den US-Republikanern die Vorwahlen in New Hampshire mit absoluter Mehrheit gewonnen und befindet sich damit auf klarem Kurs zur Nominierung. Seine einzige verbliebene parteiinterne Konkurrentin Nikki Haley schnitt mit knapp 45 Prozent zwar respektabel ab, hat aber ein grundsätzliches Problem: Will sie Trump – was ein Wunder wäre – doch noch stoppen, muss sie anfangen zu siegen. In einem Zweikampf sind zweite Plätze nicht viel wert, und in Iowa kam sie sogar nur als Dritte ins Ziel.
Dennoch will die frühere UN-Botschafterin der USA nicht aufgeben. Haley setzt darauf, im Bundesstaat South Carolina – wo sie einst Gouverneurin war und wo am 3. Februar abgestimmt wird – Trump das erste Mal zu besiegen und damit das Rennen offen zu halten. Doch Haley verschweigt die Umfragen, die ihren Widersacher nicht nur in South Carolina, sondern auch den folgenden Bundesstaaten mit 25-30 Prozent vorn liegen sehen. Das sind Werte, die selbst schöne Reden Haleys nicht über Nacht revidieren können. Das Ende ist also vorhersehbar. Und Haleys Kalkül könnte dieses sein: In möglichst vielen Bundesstaaten noch Profil zu gewinnen, damit Trump sie dann als Vize-Kandidatin und Gegenpol zur farbigen Demokratin Kamala Harris auswählt.
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