Augsburg – Rechtsextremistische Parteien sind für Christinnen und Christen nicht wählbar: Einstimmig haben die deutschen katholischen Bischöfe gestern bei der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in Augsburg eine Erklärung beschlossen, in der völkischer Nationalismus und Christentum als unvereinbar bezeichnet wurden.
Mit außergewöhnlich scharfen Worten machen die Bischöfe im Vorfeld der Europawahl am 9. Juni und Landtagswahlen in Brandenburg, Thüringen und Sachsen im September klar, dass Menschen, die rassistische oder antisemitische Äußerungen machten, weder im Haupt- noch im Ehrenamt in der Kirche mitarbeiten können.
Während die Bischöfe in der Vergangenheit bei Erklärungen vor Wahlen ausdrücklich keine Parteien genannt haben, warnen sie jetzt ausdrücklich vor der AfD: „Nach mehreren Radikalisierungsschüben dominiert inzwischen vor allem in der Partei ,Alternative für Deutschland‘ (AfD) eine völkisch-nationalistische Gesinnung.“ Und weiter heißt es: „Wir sagen mit aller Klarheit: Völkischer Nationalismus ist mit dem christlichen Gottes- und Menschenbild unvereinbar. Rechtsextreme Parteien und solche, die am Rande dieser Ideologie wuchern, können für Christinnen und Christen daher kein Ort ihrer politischen Betätigung sein und sind auch nicht wählbar.“
Dem Dialog mit Menschen, die für diese Ideologie empfänglich seien, will sich die Kirche aber ausdrücklich nicht entziehen. Ebenso machen die Bischöfe deutlich, dass wirtschaftliche und gesellschaftliche Probleme – etwa bei der Integration von Migranten – nicht kleingeredet werden dürften: „Sie müssen angegangen werden. Alles andere würde den rechten Rand nur weiter nähren.“ Zum Streit mit dem Vatikan über den Synodalen Weg erklärte der Vorsitzende der DBK, Bischof Georg Bätzing, dass ein Gespräch terminiert sei. Ein Datum wollte er nicht nennen. Er will „alles dafür tun, um den Sorgen Roms zu begegnen“. Es werde kein Gremium ohne die Zustimmung Roms geben. cm