Washington/Moskau – US-Präsident Joe Biden hat das russische Staatsoberhaupt Wladimir Putin einen „durchgeknallten Mistkerl“ genannt – worauf der Kreml empört reagierte. Bei einem Treffen mit Spendern der Demokratischen Partei in San Francisco sagte Biden, der Klimawandel sei trotz des „durchgeknallten Mistkerls Putin“ die „existenzielle Bedrohung für die Menschheit“.
Biden benutzte auf Englisch die Ausdrucksweise „SOB“, eine verhüllende Kurzform der Beleidigung „son of a bitch“ (wörtlich: Sohn einer Hündin), was im Deutschen etwa mit „Mistkerl“, „Arschloch“ oder gar „Hurensohn“ übersetzt werden kann. Der Ausdruck ist in den USA recht gebräuchlich und gilt im Vergleich mit anderen Beleidigungen als weniger vulgär.
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bezeichnete die Aussage als „enorme Schande“ für die USA, es sei „beschämend“, wenn „ein Präsident diese Art von Sprache verwendet“. Es sei „offensichtlich“, dass Biden „ein Verhalten im Stil eines Hollywood-Cowboys an den Tag legt, um innenpolitischen Interessen zu dienen“.
Unterdessen hat die Mutter von Alexej Nawalny ein Video hochgeladen, in dem sie erklärt, den Leichnam ihres Sohnes gesehen zu haben. Die Behörden hätten ihr den Leichnam des Kreml-Kritikers aber nicht übergeben. „Stattdessen erpressen sie mich und stellen Bedingungen, wie, wann und wo Alexey beerdigt werden soll“, sagt Ljudmila Nawalnaja. Einige russische Bürger, die an Nawalny-Gedenkstätten verhaftet wurden (wir berichteten) haben nun offenbar Vorladungen zum Militär erhalten. Dies berichten lokale Medien sowie das Exil-Portal „Moscow Times“.
Derweil soll Medienberichten zufolge der russische Blogger und Soldat Andrej Morozow gestorben sein. Angeblich habe er Suizid begangen, schreibt der britische „Guardian“. Morozow hatte erst vor wenigen Tagen damit für Aufsehen gesorgt, dass er über schwere Verluste der russischen Armee bei der Eroberung der ostukrainischen Stadt Awdijiwka berichtet hatte. Berichten zufolge wurde er dafür von russichen Propagandisten hart kritisiert.