Söder auf Nordeuropa-Mission

von Redaktion

Schweden-Reise soll Netzwerk stärken – Empfang bei Königin Silvia und bei Regierungschef Kristersson

Stockholm – Markus Söder bemüht sich für einen kurzen Moment um demonstrative Bescheidenheit. Erst ganz am Ende seiner Aufzählung, was er auf seiner dreitägigen Schweden-Reise will, kommt er auf den protokollarischen Höhepunkt zu sprechen: dass er in Stockholm von Königin Silvia empfangen wird. Eine „große Ehre“ sei das schon, gibt er zu. Das sei der Höhepunkt, „auch emotional“.

Und dann ist es so weit: Am Donnerstagnachmittag empfängt die 80-Jährige den Gast aus Bayern im Königsschloss in Stockholms Zentrum, zu einem Gespräch in kleinstem Kreis. Söder freut sich über den royalen Glanz, den die Königin seiner Reise verleiht.

Tatsächlich ist ein Empfang bei der Königin für einen regionalen Ministerpräsidenten ungewöhnlich. Wobei die Bayern aufgrund ihrer wirtschaftlichen Beziehungen in alle Welt durchaus eine gewisse Sonderrolle bei Auslandsreisen haben. Bei Königin Silvia kommen zudem die ohnehin engeren Bande nach Bayern hinzu: Bei den Olympischen Spielen 1972 in München lernte die heute 80-Jährige ihren späteren Ehemann kennen, den schwedischen König Carl XVI. Gustaf. Das Königspaar hat den Freistaat schon gemeinsam besucht.

Söders Schweden-Reise geht jedoch auf eine Einladung von Premierminister Ulf Kristersson zurück, ausgesprochen bei der Münchner Sicherheitskonferenz 2023. Kristersson empfing Söder deshalb schon zum Auftakt der Reise am Mittwochabend zu einem Abendessen – zusammen mit seinem Hund Winston. Bayern und Schweden wollen ihre Zusammenarbeit mit einer gemeinsamen Regierungskommission vertiefen. Ziel sei ein regelmäßiger Austausch, etwa einmal im Jahr, zu konkreten Themen wie Technologie, Wissenschaft, Wirtschaft oder Energie. Eine Wasserstoffkooperation schwebt Söder in der Energiepolitik vor, ein enger Draht bei Sicherheit und Verteidigung. Heute will er das Weltraumzentrum in Kiruna im hohen Norden besuchen. Dort sind auch bayerische Firmen aktiv.

Dies folgt Söders Ziel, die Kontakte nach Nordeuropa auszubauen. Bislang pflegt Bayern enge Beziehungen insbesondere zu seinen südlichen Nachbarn und den Ländern auf dem Balkan und in Südosteuropa. C. TROST

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