Prag – Der tschechische Geheimdienst hat ein von Moskau finanziertes Propaganda-Netzwerk ausgehoben. Die Gruppe habe die in Prag ansässige Nachrichtenseite „Voice of Europe“ genutzt, um Informationen zu verbreiten, mit denen die EU davon abgehalten werden sollte, der Ukraine im Kampf gegen Russland zu leisten, teilte Ministerpräsident Petr Fiala mit.
Die tschechische Zeitung „Denik N“ berichtete, die Nachrichtenseite habe Erklärungen von Politikern veröffentlicht, die die EU aufforderten, ihre Hilfen für die Ukraine einzustellen. Einige europäische Politiker seien mit russischem Geld bezahlt worden, das auch die Kosten für ihren Wahlkampf für die Europawahlen im Juni abdeckte. Laut dem „Spiegel“ wurde das Geld bei Treffen in Prag bar übergeben – oder per Kryptowährung transferiert. Auch die AfD sei beteiligt gewesen.
Auf „Voice of Europe“ seien unter anderem Interviews mit dem AfD-Europawahl-Spitzenkandidaten Maximilian Krah sowie dem auf Listenplatz zwei stehenden AfD-Kandidaten Petr Bystron zu finden. Krah erklärte laut „Spiegel“, er habe „Voice of Europe“ zwei Interviews gegeben, eines davon in Prag. Geld habe er „dafür selbstverständlich keines bekommen, weder für mich, noch für die Partei“.