„In einer Sackgasse“

von Redaktion

Katar: Schlechte Chancen für Feuerpause

Doha – Die Verhandlungen für eine Feuerpause im Gazastreifen sind nach Einschätzung der katarischen Regierung durch Israels Militäreinsatz in Rafah zurückgeworfen worden. „Wir befinden uns fast in einer Sackgasse“, sagte Katars Regierungschef Mohammed bin Abdulrahman al-Thani in Doha. Die Dinge hätten sich „nicht in die richtige Richtung“ entwickelt. Seit Wochen versucht Katar gemeinsam mit Vertretern aus den USA und Ägypten ein Abkommen zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas zu vermitteln – bislang ohne Erfolg. „Natürlich hat uns das, was in Rafah passiert, zurückgeworfen“, sagte bin Abdulrahman al-Thani nun.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hält ungeachtet aller Kritik an einer Bodenoffensive in Rafah im Süden des Gazastreifens fest, wo mittlerweile mehr als eine Million Menschen Schutz vor den Kämpfen gesucht hat. Israel bezeichnet die Stadt als letzte Bastion der Hamas. Der Militäreinsatz zielt zudem darauf ab, dort vermutete Geiseln zu befreien. In der vergangenen Woche war Israel mit Panzern in Rafah eingedrungen, hatte den Grenzübergang zu Ägypten eingenommen und die Bewohner zur Evakuierung aufgefordert. UN-Angaben zufolge haben mittlerweile 450000 Menschen die Stadt verlassen.

Auch die USA warnen den Verbündeten: „Es wäre ein Fehler, eine große Militäroperation im Herzen von Rafah zu starten, die eine enorme Zahl von Zivilisten gefährden würde“, hieß es aus dem Weißen Haus.

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