Heute vor 30 Jahren hat Papst Johannes Paul II. ein Machtwort gesprochen. Die Kirche habe nicht die Vollmacht, Frauen zu Priestern zu weihen. Alle Gläubigen hätten sich endgültig an diese Entscheidung zu halten. Das „Basta“ muss man sich denken – der Papst wollte die Debatte damit ein für allemal beenden.
Das Machtwort hielt immerhin einige Jahre. Doch die Zweifel an der Endgültigkeit dieser Aussage wuchsen mit der Zeit. Nicht nur Frauen, die sich zum Priestertum berufen fühlen und sich diskriminiert sehen, stellen die Aussage infrage. Theologen vermissen eine theologische und historisch überzeugende Argumentation. Inzwischen hat sich die Frage zu einer ernsthaften Debatte an der Kirchenspitze entwickelt. In der vom Papst berufenen Weltsynode wird über die Möglichkeit beraten, Frauen zumindest zu Diakoninnen zu weihen. Dass nun aber der Moderator der Weltsynode, der Luxemburger Kardinal Jean-Claude Hollerich, die Frauen um Geduld mit der Kirche bittet, können diese nur mit einem ungläubigen Lachanfall beantworten.
Seit den Reformdebatten vom II. Vatikanischen Konzil Anfang der 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts steht die Frauenfrage auf der Agenda. Das sind 60 Jahre! Gewiss, die katholische Kirche denkt angesichts der Ewigkeit in Jahrhunderten, aber bis dahin sind selbst die letzten Frauen an der starren Institution verzweifelt. Zurück bliebe eine Sekte aus alten Männern. Basta.
Claudia.Moellers@ovb.net