Video zeigt Hamas-Entführung

von Redaktion

Familien von fünf israelischen Soldatinnen machen Druck

Erniedrigt und entführt: junge israelische Soldatinnen. © afp

Gaza – Es sind verstörende Aufnahmen, die das israelische Fernsehen nun veröffentlicht hat. Sie zeigen, wie Hamas-Kämpfer am 7. Oktober fünf israelische Soldatinnen demütigen und entführen. Die Frauen, offenbar Wehrpflichtige, tragen Pyjamas, sind teils blutüberströmt. Sie waren wohl im Grenzgebiet zum Gazastreifen als Späherinnen der Armee im Einsatz. Die Terroristen schreien sie immer wieder an, bedrohen sie. Am Ende des Videos ist zu sehen, wie sie in einem Militärjeep unter Schreien weggebracht werden.

Die Aufnahmen wurden mit Zustimmung der Familien am Mittwochabend veröffentlicht. Nach Angaben des Forums der Geisel-Familien stammen sie aus einem zweistündigen Video, das von Hamas-Kämpfern während des Angriffs mit Körperkameras gemacht worden war. Sie seien zusammengeschnitten und zensiert worden, um die „verstörendsten Szenen“ nicht zu zeigen, hieß es. Mit der Veröffentlichung wollen die Familien den Druck auf Israels Regierung erhöhen, die Geiseln endlich nach Hause zurückzuholen.

Seit Monaten gibt es landesweite Proteste. Die Demonstranten fordern vor allem eine rasche Rückholung der mehr als hundert Hamas-Geiseln und Neuwahlen. Nach Veröffentlichung des Videos versprach Ministerpräsident Benjamin Netanjahu: „Wir werden weiterhin alles tun, um sie nach Hause zu bringen.“

Aber auch außenpolitisch wächst der Druck. Ägypten droht, sich als Vermittler zwischen Israel und der Hamas zurückzuziehen – wegen angeblich falscher Behauptungen über die ägyptischen Vermittlungsbemühungen.

Für Spannungen in der Region dürfte auch die Wiederbesiedlung von vier Ortschaften im nördlichen Westjordanland sorgen. Dies treibt der israelische Verteidigungsminister Joav Galant voran. Die Siedlungspolitik der israelischen Regierung ist seit Langem hochumstritten.

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