Von Revolution ist schon die Rede, besser noch: der „Innovation der Innovationen“. Was sich Marketingmenschen halt so ausdenken. Es geht dann allerdings doch nur um einen simplen Brotaufstrich, wenn auch um den wohl bekanntesten der Welt. Nutella soll schon bald in einer veganen Version erscheinen.
So, wie die Nahrungsmittelindustrie den Plan verkauft, klingt es, als wäre das eine tolle Nachricht. So kann man sich täuschen (lassen). Das Label „Vegan“ bedeutet noch lange nicht gesund, sondern lediglich den Verzicht auf tierische Bestandteile. Auch eine konsequente Diät aus Pommes frites und Cola wäre streng genommen vegan. Dass man seinem Körper damit etwas Gutes tut, würde aber nicht mal ein Imbissstubenbetreiber behaupten.
Das Schokomus steht für die großen Debatten rund ums Essen. Für die schwierige Balance zwischen Genuss und Vernunft ebenso wie für die engen Grenzen, an die das Umwelt-Bewusstsein immer wieder stößt. Auch das neue Nutella wird neben Zucker im Übermaß das ökologisch bedenkliche Palmöl beinhalten. Es wird ernährungstechnisch eine Zumutung sein, aber eben eine leckere.
Man ist als Kunde den Verführern nicht hilflos ausgeliefert, aber leicht machen sie es einem auch nicht. Es hilft schon, wenn man das Kleingedruckte zu den Nährwertangaben genau liest. Die Marketingprosa zum veganen Mehrwert kann man dagegen getrost übergehen. Marc.Beyer@ovb.net