Wehret den Anfängen: Garantiert Sicherheit

von Redaktion

Häusliche Gewalt

Zu Hause ist es noch immer am schönsten. Von wegen! Offiziell bedeutete im Jahr 2023 das traute Heim für 256 276 Menschen das reine Grauen. Die Dunkelziffer dürfte immens sein. Häusliche Gewalt – zu 70 Prozent an Frauen verübt – kann jeden treffen. Ärztinnen, Lehrerinnen, Hausfrauen: Sie frisst sich durch alle Gesellschaftsschichten, wie ein hässlicher Parasit. Auch wenn die Fälle von Gewalt in den eigenen vier Wänden rasant ansteigen, wird darüber oft geschwiegen – zu groß ist die Angst vor Rache und Stigmatisierung. So schwer es auch fällt, Betroffene müssen sprechen. Das schambehaftete Thema muss aus der Tabu-Zone geholt werden, um zu sensibilisieren. Es ist nicht „nur“ eine Hand, die mal ausrutscht. Es ist eine Straftat, die im schlimmsten Fall der Anfang einer tödlichen Gewaltspirale sein kann. Damit Betroffene aber die notwendige Hilfe bekommen, ist es mehr als überfällig, dass die Innenminister einen bundesweit einheitlichen Maßnahmenkatalog im Umgang mit den Tätern vorantreiben – inklusive elektronischer Fußfessel und verpflichtenden Maßnahmen zur Gewaltprävention für auffällig gewordene Familienmitglieder. Denn Opfer können nur sprechen, wenn sie sich in Sicherheit wiegen und fest mit Konsequenzen rechnen können. Ist das Rechtssystem zu lasch, wird die Gewalt nicht enden. redaktion@ovb.net

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