Es war, wie jedes Jahr, Münchens größte und bunteste Party: Rund 325 000 Menschen haben sich am Wochenende zum „Christopher Street Day“ in der Isarmetropole versammelt, um für Gleichberechtigung und gegen Ausgrenzung zu protestieren. Leider haben es die CSD-Verantwortlichen für eine gute Idee gehalten, diesmal ihrerseits die Ausgrenzungskeule zu schwingen. „Gegen rechts“ sollte es gehen. Getroffen hat es die Münchner CSU. Die hätte gerne mit einem eigenen Wagen ihre Solidarität mit der schwulen Gemeinde demonstriert – und musste erfahren, dass sie unerwünscht ist.
Seinem respektablen Anliegen hat der Münchner CSD damit leider keinen guten Dienst erwiesen. Teile der Stadtgesellschaft ohne Not vor den Kopf zu stoßen ist in etwa so intelligent wie der Tweet der grünen Bundestagsvizepräsidentin Karin Göring-Eckardt, die uns hämisch rät, uns doch mal vorzustellen, wie es wäre, wenn in der deutschen Nationalmannschaft nur weiße Spieler kicken würden. Gesellschaftliche Gruppen unnötigerweise gegeneinander auszuspielen, egal ob weiß oder schwarz, schwul oder hetero, ist gefährlicher identitätspolitischer Unsinn, der ganz schnell zurück gehört in die linksgrüne Mottenkiste. Wer die Menschen fein säuberlich in Gruppen einteilt und in Schubladen steckt, sät den Keim des Gegeneinanders, auch wenn er das Gegenteil zu bezwecken vorgibt.
Münchens „Rosa Liste“ hat die verdiente Quittung kassiert für ihr beschämendes Ausgrenzungsmanöver und den Versuch, den CSD für eine linke Politshow zu missbrauchen: Dietmar Holzapfel, Münchens bekanntester Szenewirt, hat die Partei empört verlassen. Und die CSU-Stadtspitze, voran Fraktionschef Pretzl und Wiesn-Chef Baumgärtner, hat sich das Mitfeiern nicht verbieten lassen. Grad zum Fleiß.Georg.Anastasiadis@ovb.net