Mileis Besuch in Berlin wurde von Protesten begleitet. © afp
Berlin – Begleitet von Protesten hat der argentinische Präsident Javier Milei seinen zweitägigen Deutschland-Besuch absolviert. Bei ihrem Treffen am Sonntag in Berlin sprach Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) Milei auf die Folgen seiner umstrittenen Reformpolitik für die argentinische Bevölkerung an, wie das Kanzleramt mitteilte. Scholz habe „unterstrichen, dass aus seiner Sicht Sozialverträglichkeit und der Schutz des gesellschaftlichen Zusammenhalts wichtige Maßstäbe sein sollten“.
Scholz habe mit Milei über die „ganze Breite der bilateralen Beziehungen“ gesprochen, erklärte das Bundeskanzleramt weiter. Beide sprachen sich demnach für einen raschen Abschluss der Verhandlungen über das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den südamerikanischen Mercosur-Staaten aus. Das Abkommen zwischen den Mercosur-Mitgliedsländern Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay und der EU ist seit 2019 ausgehandelt, aber noch nicht ratifiziert. Im Wahlkampf hatte Milei das Abkommen noch kritisiert und mit dem Rückzug seines Landes gedroht.