Protest als Selbstzweck

von Redaktion

Klimakleber blockieren Flughäfen

Jüngst schienen die Klimakleber im finalen Stadium ihres „Wirkens“ angelangt zu sein. Ein paar von ihnen verbrannten ihre Abi-Zeugnisse vor Schloss Bellevue. Das sollte drastisch wirken und Mahnung sein – in Wahrheit war es so hilflos wie bekloppt. Immerhin richtete es keinen öffentlichen Schaden an, ganz anders als die gestrige Blockade des Flughafens Köln/Bonn. Bilanz: dutzende gestrichene Flüge, Millionenschaden, zu Recht verärgerte Urlauber. Nutzen für den Klimaschutz: null.

Eigentlich müsste es den Klebern allmählich dämmern, dass Aktionen dieser Art nach hinten losgehen, und zwar für alle Beteiligten. Aber ihr Protest ist offenbar zum Selbstzweck geworden, zur (weithin unkreativen) Performance einer Panikgruppe, die vor allem eines will: Sich der eigenen edlen Motive versichern. Obendrauf gibt es ein Portiönchen Aufmerksamkeit, mehr ist es ja nicht, vor allem aber jede Menge Groll derer, die man doch angeblich gewinnen will. Klug ist das nicht. Ob sich solche Leute von härteren Strafen abhalten lassen, die künftig für das Betreten von Landebahnen gelten sollen? Ungewiss.

Richtig ist leider: Das Jahrhundertthema Klimaschutz ist in der politischen Prioritätenliste nach hinten gerutscht, obwohl es – clever ausgestaltet – ganz nach vorne gehört. Wenn diese Flughafen-Aktionen einen Lern-Effekt haben, dann diesen: Klimaschutz ist zu wichtig, um ihn von solchen Leuten kapern und beschädigen zu lassen. Marcus.Maeckler@ovb.net

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