Die ungeliebte Ex muss bleiben

von Redaktion

Das Schuljahr beginnt

Kein Schuljahr ohne Neuerungen – und diesmal sind es besonders viele. An den weiterführenden Schulen kommt die Verfassungsviertelstunde, in den Klassen werden sukzessive Tablets für alle verteilt (richtigerweise aber nicht an Grundschulen!). Zudem hat Kultusministerin Anna Stolz zugesagt, die Lehrpläne in den kommenden Jahren zu entrümpeln – wieder einmal. Alles sinnvoll, gewiss. Nur bei einem ist Vorsicht geboten: bei der Ankündigung, die Prüfungs-Formate zu überprüfen. Die Ministerin will es „grundlegend“ angehen, verspricht eine „Weiterentwicklung der Prüfungskultur“, will genau ansehen, was, wie und wie viel geprüft wird.

Wenn sie die Zahl der Proben in der 4. Klasse Grundschule meint (zu viele), dann hat Stolz Recht. Sollte sie indes – wie es obskure Gruppen wie „Eine Schule für alle“ schon lange fordern – unangesagte Prüfungen abschaffen, dann ist Widerspruch geboten. Die ungeliebte Ex muss leider bleiben. Es ist ein uralter Streit, der offenbar immer wieder neu durchgekaut werden muss. Spontan-Prüfungen regen zum kontinuierlichen Lernen an, daran hat sich nichts geändert. Und in Zeiten von KI spricht sogar noch mehr für nicht vorher angekündigte Prüfungen vor Ort, wozu auch das Abfragen zählt, und weniger etwa für Seminararbeiten zu Hause, die ganz Schlaue vom Computer erledigen lassen könnten. Eine anstrengungslose Schule kann es leider nicht geben. Dirk.Walter@ovb.net

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