KOMMENTAR

Der leidgeprüfte Bahnpendler

von Redaktion

Fünfseenland ohne Zugverkehr

Bahnpendler im Großraum München zu sein, ist nicht leicht. Andauernd gibt es Sperrungen. Und wenn die Bahn mal fährt, ist doch wieder was. Personen im Gleis, Notarzteinsätze, Stellwerkschäden. Nun, da werden wir duldsam auch die neue Großbaustelle im Fünfseenland ertragen. Es muss ja sein! Dass die Bahn endlich saniert werden muss, daran besteht ja kein Zweifel! Allenfalls wäre ein kritischer Einwand erlaubt, ob es sich die Baufachleute nicht etwas sehr einfach machen. Klar, ungestört bauen kann man, wenn die Strecke komplett gesperrt ist. Die Alternative, zumindest phasenweise (etwa zwischen München und Starnberg) den Verkehr eingleisig aufrecht zu erhalten, ist halt sehr umständlich. Aber gerade die Pendler der Werdenfelsbahn sind dermaßen leidgeprüft, dass sie den erneuten Stillstand nicht verdient haben. Man wundert sich, dass überhaupt noch Abonnements für diese Strecke verkauft werden.

Letztlich aber baden die Pendler jetzt die Versäumnisse von mindestens zwei Jahrzehnten aus, als in den Streckenunterhalt nur das wirklich Allernotwendigste oder gleich gar nichts investiert wurde. Man müsste jetzt eigentlich richtig anprangern, wer damals Verantwortung getragen hat. Aber der genervte Andreas Scheuer („Es reicht!“) hat sich das ja jetzt ein für alle mal verbeten. Dann halt ein andermal.

Dirk.Walter@ovb.net

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