London/Paris – Mit einem Besuchsmarathon quer durch Europa versucht der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die letzten Hilfsreserven für den Abwehrkampf seines Landes gegen Russland zu mobilisieren. In der britischen Hauptstadt London empfing zunächst Premier Keir Starmer seinen Staatsgast. Nach dem Gespräch sagte Selenskyj, dass es bei dem von ihm forcierten sogenannten Siegesplan darum gehe, Bedingungen „für ein gerechtes Ende des Krieges“ zu schaffen. Er dankte Großbritannien für die anhaltende Unterstützung bei der Landesverteidigung und sprach dabei konkret auch die Lieferung weitreichender Waffen an. Unter einem gerechten Kriegsende versteht Selenskyj den Rückzug russischer Truppen aus den besetzten Gebieten.
Selenskyjs Stippvisite in London ist Teil einer Reise durch mehrere europäische Hauptstädte, nachdem der eigentlich für Samstag geplante Ukraine-Solidaritätsgipfel in Ramstein verschoben wurde. Noch am Nachmittag flog Selenskyj nach Paris weiter. Dort erwartet ihn Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Danach soll er nach Rom für einen Abendtermin mit der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni weiterreisen. Am Freitag steht eine Audienz bei Papst Franziskus auf der Agenda. Im Anschluss wird Selenskyj in Berlin von Kanzler Olaf Scholz und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfangen.