Schwere Zeiten für den Frieden

von Redaktion

Die Zahl der Kandidaten für den Nobelpreis nimmt deutlich ab

Preisträger 1994: Jassir Arafat (l.) und Schimon Peres. © dpa

Oslo – 30 Jahre ist es jetzt her, dass der Friedensnobelpreis an Palästinenserführer Jassir Arafat und die israelischen Politiker Schimon Peres und Izchak Rabin vergeben wurde für ihre Annäherung im Nahen Osten. Heute wird der Preis erneut vergeben. Die Frage, ob er wieder an führende Nahost-Politiker gehen könnte, erübrigt sich. Aber auch insgesamt scheint sich die Welt in einem verheerenden Zustand zu befinden: Neben dem Konflikt in Nahost toben Kriege in der Ukraine, im Sudan und an Dutzenden anderen Orten. Gibt es in diesen Zeiten überhaupt Kandidaten für den wichtigsten Friedenspreis der Erde?

Schaut man auf die Zahl der Nominierungen, lässt sich sagen: Ja, aber deutlich weniger als in den Vorjahren. 197 Persönlichkeiten und 89 Organisationen sind diesmal nominiert. Verglichen mit den 351 Nominierten des Vorjahres ist das fast ein Fünftel weniger.

„Die Welt befindet sich in großen Schwierigkeiten“, sagt Dan Smith, Direktor des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri. Das Nobelkomitee könnte nun ein ganz eigenes Zeichen setzen: „Vielleicht wäre es die stärkste Botschaft zu sagen, dass es in diesem Jahr einfach keine Grundlage für die Vergabe des Preises gibt.“ Zuletzt geschah dies 1972.

Beim Osloer Friedensforschungsinstitut Prio kann man sich vorstellen, dass eine Organisation geehrt wird: Direktor Henrik Urdal nennt das Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte (BDIMR) der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), den Internationalen Gerichtshof in Den Haag, das Palästinenserhilfswerk UNRWA und die UN-Kulturorganisation Unesco.

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