Trumps gefährliche Überzeugungstäter

von Redaktion

Neue US-Regierung

Donald Trump will aus der Vergangenheit gelernt haben: Kürzlich sagte er, der „größte Fehler“ seiner ersten Amtszeit sei gewesen, „schlechte, illoyale Leute“ in seine Regierung zu holen. Kurz davor hatte sein früherer Generalstabschef Mark Milley gewarnt, dass der Ex-Präsident ein „Faschist durch und durch sei“ – und „die gefährlichste Person für dieses Land“. Trump wiederum erklärte daraufhin öffentlich, dass Milley eigentlich wegen Hochverrats die Todesstrafe verdient habe.

Der designierte US-Präsident macht kein Geheimnis daraus, dass er seine politischen Gegner verfolgen lassen will. Seine Liste dürfte erschöpfend lang sein: Etliche seiner früheren Generäle, Diplomaten und Geheimdienstmitarbeiter haben den Ex-Präsidenten als unehrlich, schlecht informiert und illoyal gegenüber seinen Wählern bezeichnet.

Trump spricht von „Feinden im Innern“, die er notfalls auch militärisch aus dem Weg schaffen will. Seinen Beratern zufolge könnte er bis zu 50 000 Regierungsmitarbeiter feuern. Und so langsam nimmt seine neue Mannschaft Gestalt an. Einen der wichtigsten Posten hat er bereits vergeben: Seine Wahlkampfleiterin Susie Wiles wird Stabschefin. Die bald mächtigste Frau Washingtons gilt als knallhart (er nannte sie „Eiskönigin“) und besonders loyal. Das wird sein Maßstab für Schlüsselpositionen sein: Trump will kein Kabinett aus blinden Ja-Sagern, sondern eines, das auch 100-prozentig seine Agenda teilt – und das dürfte noch gefährlicher sein. Spannend wird der Posten seines Justizministers, der ihm beim Kampf gegen seine Gegner helfen soll. Auch sein Außenminister wird wohl eine harte „America First“-Linie fahren. Und dann gibt es noch Elon Musk: Trump dürfte ihn für seine kostspielige Wahlkampfhilfe mit einem besonders mächtigen Amt belohnen.
KATHRIN.BRAUN@OVB.NET

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