KOMMENTAR

Zum Scheitern verurteilt

von Redaktion

Klimagipfel in Baku

Es ist Klimakonferenz. Schon wieder. Nachdem man sich 2023 das Öl-Land Katar als Austragungsort ausgesucht hatte, trifft sich die Welt diesmal in Baku. Das ist die Hauptstadt von Aserbaidschan, dessen Wirtschaft ebenfalls auf der Erdöl- und Gasindustrie fußt. Die Rituale sind längst eingespielt: Wieder gibt es im Vorfeld eindringliche Appelle. Und wieder könnte am Ende ein Papier stehen, in das jeder das hineininterpretiert, was er daraus lesen will.

Womöglich nicht mal das. Die Situation 2024 hat sich noch einmal dramatisch verschlechtert. Erst vor ein paar Tagen scheiterte die Weltnaturschutzkonferenz, weil man sich nicht auf die Finanzierung der Projekte einigen konnte. Jetzt sollen die reichen Staaten 1000 Milliarden Dollar zahlen! Doch nach dem Wahlsieg Donald Trumps hat sich der wichtigste Geldgeber verabschiedet. Mit dem Ende der Ampel verschieben sich auch in Deutschland die Prioritäten: Der Ukrainekrieg und die (auch durch ihn verursachten) Flüchtlingsströme belasten die Haushalte. Und man kann darauf warten, dass Trump auch das Zwei-Prozent-Ziel der Europäer zur Aufrüstung für nicht ausreichend erklärt.

Hitze, Dürre und Unwetter (wie eben in Spanien) mögen alle aufschrecken. Doch die Bedrohung durch Russland oder China wirkt unmittelbarer. Die Prioritäten verschieben sich weg vom Klima. Leider.
MIKE.SCHIER@OVB.NET

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