Der letzte in der langen Liste an Aufregern heißt Chris Wright. Ein Ölboss und Klimaleugner als amerikanischer Energieminister! Seit zwei Wochen vergeht kaum ein Tag, ohne dass sich deutsche Politiker, Experten und Medien über die Personalentscheidungen des künftigen Präsidenten Donald Trump echauffieren. Oft zu Recht, schließlich gibt es viele fragwürdige Figuren, bei denen persönliche Loyalität das zentrale Qualifikationsmerkmal zu sein scheint. Und doch muss man fragen: Wann kehrt ein Normalmodus ein, der sich den Realitäten stellt?
Ob Trump, Meloni oder Orbán: Demokratische Entscheidungen anderer Länder sind zu akzeptieren, zumal Trumps Erfolg nicht mal knapp war. Im Wahlkampf hatte man jeden einzelnen Swing State analysiert. Trump gewann sie alle! Die Amerikaner bekommen also genau die Regierung, die sie gewählt haben. Denn man kann Trump vieles vorwerfen – aber nicht, dass er den Wählern etwas vorgemacht hätte.
Gefallen muss uns das nicht. Aber Berlin sollte damit umgehen. Erstens sind die USA für die deutsche Sicherheit und Wirtschaft unentbehrlich. Zweitens ist Europa zu schwach. Es gilt, eine pragmatische Zusammenarbeit vorzubereiten. Aber auch endlich die europäische Idee voranzutreiben und zu modernisieren. Realpolitik heißt das. Sie wird Kernaufgabe der neuen Regierung.
MIKE.SCHIER@OVB.NET