Bundesweit Sorge vor Klink-Reformen

von Redaktion

Berlin – Die geplante und umstrittene Krankenhausreform bereitet den Bundesbürgern einer Umfrage zufolge große Sorge. 46 Prozent befürchten Krankenhausschließungen, 47 Prozent rechnen mit dem Wegbrechen von Arztpraxen. Und jeder Vierte erwartet eine schlechtere Versorgung aus anderen Gründen. Das geht am Montag aus einer repräsentativen Befragung im Auftrag der Deutschen Krankenhausgesellschaft hervor. Befragt wurden rund 5000 Bundesbürger Anfang November, Mehrfachantworten waren möglich.

Zusätzlich sind zwei Drittel der Meinung, dass kein Krankenhaus in der Heimatregion schließen könne, ohne einen Qualitätsverlust der Versorgung. Derweil ist die weite Mehrheit der Ansicht, dass in einem Notfall das nächste Krankenhaus maximal 30 Minuten Fahrtzeit entfernt sein dürfte. Und auch eine wie im Gesetzentwurf angekündigte Abnahme an Bürokratie erwartet weniger als ein Viertel. Den von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zur leichteren Übersicht ins Leben gerufene Klinik-Atlas kennen mehr als die Hälfte der Befragten gar nicht.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft ist ein großer Kritiker des geplanten Vorhabens aus dem Bundesgesundheitsministerium. Mit der Reform soll die Zahl von derzeit 1.900 Klinikstandorten deutlich reduziert werden – bei höherer Qualität durch mehr Mindeststandards und bessere Finanzierung. Statt ausschließlich Fallpauschalen soll es künftig zusätzlich eine Vorhaltepauschale für definierte Leistungsgruppen geben. Dazu ist ein Transformationsfonds von 50 Milliarden Euro geplant, finanziert von Bund und Ländern. Das Gesetz ist im Bundestag beschlossen, aber der Bundesrat könnte an diesem Freitag noch den Vermittlungsausschuss anrufen und das Ganze damit auf Eis legen.

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