Immer mehr Syrer unter Tatverdächtigen

von Redaktion

München – Sie arbeiten hochprofessionell in Gruppen und sind schwer zu bekämpfen: Banden, die das Land mit Organisierter Kriminalität überziehen. Insgesamt 79 Ermittlungsverfahren führten Polizei und Justiz im Jahr 2023 in diesem Bereich im Freistaat. 874 Verdächtige aus 51 Staaten waren im Visier. Gestern veröffentlichte die Polizei das Lagebild „Organisierte Kriminalität 2023“. Das macht deutlich, dass sich Entwicklungen der vergangenen Jahre festigen. Die Zahl der Verfahren bleibt auf dem gleichen Stand wie 2022.

Erneut bilden Wirtschaftskriminalität und Drogenhandel die größten Handlungsfelder, gefolgt von Schleusungs-Kriminalität. Der Anteil nicht-deutscher Tatverdächtiger nahm in den vergangenen Jahren stetig zu: Er lag 2023 bei 78,5 Prozent. Erstmals sind Syrer aufgrund der hohen Anzahl an Schleusungsverfahren unter den drei häufigsten Nationalitäten. Nicht feststellbar in Bayern ist hingegen Clan-Kriminalität wie in anderen Bundesländern (häufig mit libanesischen beziehungsweise türkischem Hintergrund). Neu sind nigerianische Tätergruppierungen.

Die Anzahl rockerähnlicher Gruppierungen bleibt im Freistaat auf sehr niedrigem Niveau. Vergangenes Jahr waren im Bereich der Wirtschaftskriminalität erneut das sogenannte Cybertrading und der Anlagebetrug am häufigsten. Darauf folgte Callcenter-Betrug.
NINA BAUTZ

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