Über das Thema Migration lässt sich bekanntlich gut streiten – aber zumindest eines war bisher immer unstrittig: Die Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Bei der großen Flüchtlingswelle 2015 war Deutschland nicht vorbereitet. Die Volkshochschulen hatten weder Räume noch Dozenten oder genug Verwaltungspersonal, um den vielen Migranten Deutsch beizubringen und ihnen zu helfen, sich hier zurechtzufinden. Es war eine enorme Leistung, ein Angebot aufzubauen, das gut 350 000 Menschen pro Jahr bei den ersten Schritten hilft.
Das alles gerät nun ins Wanken, weil die Bundesregierung an der falschen Stelle spart. Sie hat für die Volkshochschulen ein so kleines Budget bereitgestellt, dass 2025 nur die laufenden Kurse fortgeführt werden können. Büßen werden das nicht nur die Migranten, die wieder lange auf einen Kursplatz warten werden. Viele Arbeitgeber – ob im Handwerk oder in der Pflege – würden in Zeiten des Fachkräftemangels offene Stellen gerne mit Geflüchteten besetzen. Ohne Sprachkenntnisse geht das nicht. Die vielen Probleme, die entstehen, wenn Menschen monatelang untätig sein müssen und sich nicht verständigen können, müssen wieder mal Kommunen und Helferkreise auffangen. Der Haushaltsplan ist ein schwerer Rückschlag für die Integration. Und er ist brandgefährlich für die Stimmung in unserem Land.
KATRIN.WOITSCH@OVB.NET