Jesus jetzt ohne Palästinensertuch

von Redaktion

Vatikan lässt die umstrittene Textilie von Krippe entfernen

Das Jesuskind auf dem Palästinensertuch. © KNA

Vatikanstadt – Papst Franziskus ist sich der Bedeutung von Symbolen bewusst. Man kann es kaum als Zufall bezeichnen, dass das Christkind in der Weihnachtskrippe des Vatikans dieses Jahr auf ein Palästinensertuch, die sogenannte Kufiya, gebettet worden ist. Die in der Audienzhalle aufgestellte Weihnachtskrippe wurde von palästinensischen Künstlern angefertigt und von der Palästinensischen Autonomiebehörde im Westjordanland sowie der Palästinensischen Vertretung am Heiligen Stuhl gespendet. Bereits diese Entscheidung war symbolisch. Der Vatikan, der Papst, stellten sich damit auf die Seite der palästinensischen Bevölkerung im Gazastreifen, wo seit Beginn des Krieges mehr als 43 000 Menschen Opfer israelischer Bomben geworden sein sollen.

Jesus stammt je nach Evangelium aus Bethlehem oder Nazareth, Orte, die sich damals im römischen Palästina befanden. Wer das Christkind im Dezember 2024 auf eine Kufiya bettet, der bezieht im Nahostkonflikt, im Gaza-Krieg Stellung. Die Bestellung der Krippe aus Bethlehem und die Bettung auf ein Palästinensertuch sind politische Symbole, ganz im Sinne des politischen Papstes Franziskus. Die Reaktionen von jüdisch-israelischer Seite waren empört. Giuseppe Momigliano, Oberrabbiner von Genua, kritisierte die Darstellung als „Palästinisierung“ des jüdischen Jesus. Papst Franziskus beschädige auf diese Weise die Beziehungen zum Judentum und beraube Jesus seiner „historischen Identität“. Nun heißt es, nicht der Vatikan soll das Tuch in die Krippe aus Bethlehem gelegt haben, sondern ein Mitglied der palästinensischen Delegation. Der Vatikan lenkte nun ein: Bei der Generalaudienz war das Tuch wieder verschwunden. Die Herkunft der Krippe bleibt: Palästina.
JMM
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