Nie zuvor war Russlands hybrider Krieg gegen den Westen so sichtbar wie 2024: Die Liste reicht von gekappten Unterseekabeln in der Ostsee über Brandanschläge (etwa auf den Rüstungskonzern Diehl) und das Anwerben von anschlagswilligen Kollaborateuren wie Dieter S. in Bayreuth bis hin zu den Trollarmeen, die im Vorfeld der Wahlen in Moldau und Rumänien wüteten. Erschreckend. Und erschreckend real.
Es ist längst kein Krieg im Verborgenen mehr – aus der Ballung an Einzelfällen ist inzwischen ein gut sichtbares Muster geworden. Putin weiß, dass jede Erschütterung der freien Gesellschaften, die er sich zu Feinden auserkoren hat, ihm und seinen Zielen nutzt. Und er sieht, dass seine Nadelstiche viel zu oft sitzen – und leider viel zu oft unbeantwortet bleiben.
Der Westen muss auf dem hybriden Schlachtfeld resistenter werden, jeder einzelne Bürger muss es ebenfalls. Denn Putin führt auch einen Krieg um die Wahrheit und er hat dafür willige Verbündete gefunden. Ob in der AfD, die erst Ende 2024 bayerische Emissäre zum Chef-Scharfmacher Dmitri Medwedew nach Moskau schickte. Oder im BSW, das uns fortwährend die Lüge auftischt, die Nato sei der eigentliche Aggressor. Die ständige Wiederholung macht diese Botschaft nicht richtiger, nagt aber an dem, was faktisch wahr ist. Im Wahljahr sollten sich alle dessen bewusst sein.
MARCUS.MAECKLER@OVB.NET