Tiefe Risse im Trump-Lager

von Redaktion

Musk contra Republikaner-Basis

Konservative Latinos, bibeltreue Christen, rechtsradikale Ku-Klux-Klan-Rassisten: Donald Trump hat es in seinem Wahlkampf geschickt verstanden, unterschiedlichste Gruppen der US-Gesellschaft für sich zu gewinnen. Doch noch ehe er als neuer US-Präsident vereidigt ist, zeigt sich, dass es in der Regierungsverantwortung unmöglich ist, derart unterschiedliche Gruppen zu befriedigen.

Besonders tief ist der Riss zwischen den sozial abgehängten weißen Trump-Fans aus dem Rust-Belt Amerikas und den Tech-Milliardären aus dem Silicon Valley, wie sich an dem Streit um Visa für hochqualifizierte Einwanderer zeigt. Mit der gleichen Unsachlichkeit und hasserfüllten Wortwahl, die im Wahlkampf mit den Demokraten das Klima vergifteten, wird nun innerhalb der Republikaner gestritten. Das ist nur ein Vorgeschmack, etwa wenn es um die Ukraine geht: Zwar gibt es unter den Trump-Fans viele Isolationisten, die die Ukraine allein als Sache der Europäer sehen. Dem gegenüber steht aber ein Lager, das in Putin durchaus auch eine Gefahr für die USA sieht. Und während der künftige US-Außenminister Marco Rubio Peking als Hauptfeind sieht, fürchten Milliardäre wie Musk um ihr Geld, wenn die wirtschaftlichen Beziehungen mit China gekappt würden.

Der Präsident müsste sich eigentlich für eine der jeweils unvereinbaren Positionen stark machen. Doch Trump ist selbst ein Irrlicht. Eine klare Linie ist von ihm kaum zu erwarten. Putin und Xi Jinping werden das ausnutzen. Chaotische Zeiten stehen uns bevor.
KLAUS.RIMPEL@OVB.NET

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