Die Welt ändert sich – und weil das so ist, muss man als Mensch auch immer wieder mal seinen Umgang mit dieser Welt überdenken. Dann kann es auch passieren, dass man seine Meinung ändert. So wie in diesem Fall. Es ist noch nicht lang her, da konnten Sie an dieser Stelle lesen, dass der Autor dieser Zeilen (also ich) ein generelles Böllerverbot für eine grundsätzlich falsche Idee hält. Denn: Dadurch würde die Freiheit des Einzelnen zu stark beschnitten. Jetzt, das muss man so festhalten, hat sich die Lage aber geändert.
In Berlin hat das Jahr 2025 nämlich nicht mit einem romantischen Feuerwerk begonnen, sondern mit einer wüsten Böllerschlacht. Mit einem Mob, der absichtlich Sprengkörper auf Polizisten wirft. Mit ausgebrannten Wohnungen, zerstört nach Beschuss durch Silvester-Raketen. Mit mehreren Getöteten und einer Unzahl von Verletzten durch schlimmes Zeug wie Kugelbomben. Menschen, die dabei waren, fühlten sich an ein Kriegsgebiet erinnert.
Es stimmt zwar: München ist von solchen Zuständen (gottlob) weit entfernt. Aber: Auch hier gab es eine Straßenschlacht zwischen Chaoten und der Polizei. Auch hier beginnt der gesunde Respekt gegenüber Gesetz und Mitmenschen zu bröckeln. Deswegen ist es richtig, dass der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter sich jetzt einen Bürgerentscheid wünscht, an dessen Ende auch ein grundsätzliches Böllerverbot stehen könnte. Weil die Freiheit des einen tatsächlich dort endet, wo der andere mutwillig gefährdet oder sogar verletzt wird.
ULRICH.HEICHELE@OVB.NET