KOMMENTAR

Eine fade Nummer

von Redaktion

Musk und Weidel

Was war das für eine Aufregung. Alice Weidel von der AfD darf mit Elon Musk sprechen, dem momentan reichsten Mann der Welt, dem Trump-Flüsterer. Wird die Anerkennung des Hightech-Genies die AfD politisch in ganz neue Sphären schießen? Bis zum Mars oder zumindest ganz nah ran ans Bundeskanzleramt?

Am Tag danach fühlt sich die Welt noch ganz ähnlich an wie zuvor. Klar, für Weidel und ihre Partei ist es schon ein Erfolg, dass dieses Gespräch überhaupt stattgefunden hat. Wer allerdings zugehört hat, bleibt nicht mit dem Eindruck zurück, hier einem disruptiven Ereignis von Weltrang beigewohnt zu haben. Zwar streiften Weidel und Musk in ihrem Deutschland-Abgesang durchaus wunde Punkte der Bundesregierungen seit 2015 (Migrationspolitik, Atomausstieg), doch verließ das Gespräch nie den Charakter einer substanzlosen Plauderei. Wohl auch, weil Musk zwar die Wahl der AfD empfiehlt, sich darüber hinaus aber ganz offensichtlich so gut wie nicht mit den Niederungen deutscher Innenpolitik befasst hat. Kein Wunder, schließlich bekämpft der Mann parallel auch noch die Regierungen von Großbritannien und Kanada – selbst für Multimilliardäre hat der Tag nur 24 Stunden.

Und Hitler war übrigens Kommunist. Das war das Niveau, auf das beide sich am Ende einigten. Keine Revolution, eher eine fade Nummer.
SEBASTIAN.HORSCH@OVB.NET

Artikel 1 von 11