In der Autobranche brodelt die Gerüchteküche: Offenbar wollen sich große chinesische Hersteller in deutsche VW-Werke einkaufen. Wie viel wirklich dran ist am Gerücht und unter welchen Rahmenbedingungen das passieren könnte, ist bisher unklar. Abwegig ist das aber nicht.
China war für die deutschen Autoriesen lange Absatzmarkt und Werkbank. Doch die Chinesen bauten ihre eigene Industrie auf, kopierten anfangs hemmungslos, lernten aber schnell. Nicht nur bei Batterie und Software sind sie heute besser als die einstigen deutschen Platzhirsche. Und sie drängen längst auf den deutschen und europäischen Markt, bisher jedoch mit überschaubarem Erfolg. Mit Produktionsstätten in Deutschland hätten sie den Fuß viel weiter in der Tür als jetzt.
Das Problem: VW dürfte nur ein Anfang sein. Was Technik und Produktion angeht, sind gerade die deutschen Zulieferer oft stark, stecken aber mit den Herstellern mitten in einer heftigen Krise. Brauchen sie dringend Geld zum Überleben, dürften immer öfter Retter aus China bereitstehen. Die Politik sollte sich besser schnell überlegen, wie sie mit den Investoren umgeht – wenn es dafür nicht schon zu spät ist.
ANDREAS.HOESS@OVB.NET