Neuer Regierungschef: Bart De Wever.
Brüssel – Mit Belgien bekommt ein weiterer EU-Staat eine von Rechten angeführte Regierungskoalition. Die migrationskritischen flämischen Nationalisten der N-VA einigten sich mit vier weiteren Parteien auf die Bildung eine Koalition. Regierungschef soll der N-VA-Vorsitzende Bart De Wever werden. Der 54-Jährige war bislang Bürgermeister der Hafenstadt Antwerpen. Ein drastischer Rechtsruck ist in Belgien nicht zu erwarten, da die anderen Parteien der Mitte eine klare Mehrheit halten.
Die N-VA, die unter anderem mehr Autonomie für den wirtschaftsstärkeren Landesteil Flandern anstrebt, war bei der Wahl für eine neue Abgeordnetenkammer im Juni stärkste Kraft geworden. Gemeinsam mit der liberalen Partei MR aus der französischsprachigen Wallonie, den Christdemokraten aus beiden Landesteilen (Les Engagés und CD&V) sowie den flämischen Sozialdemokraten (Vooruit) soll nun eine „Arizona“-Koalition gegründet werden. Der Name ergibt sich aus den Farben der Parteien, die mit denen der Flagge des US-Bundesstaates übereinstimmen: Orange (CD&V), Blau (MR und Les Engagés), Rot (Vooruit) und Gelb (N-VA).