Washington – Die Demokratische Partei in den USA hat am Samstag Ken Martin zum neuen Leiter ihrer Parteizentrale DNC gewählt. Nach seiner Wahl erklärte Martin, die Demokraten seien „die Partei der arbeitenden Menschen“. Es sei „an der Zeit, die Ärmel hochzukrempeln und überall, bei jeder Wahl und auf jeder Regierungsebene die Gegner zu besiegen“.
Martin war jahrelang Chef der Demokraten im Bundesstaat Minnesota. Er gilt als progressiver Aktivist, ist aber bislang außerhalb seiner Partei relativ unbekannt. Nach dem Willen der Parteiführung soll der 51-Jährige einen nationalen Schlachtplan erarbeiten, um der Partei nach ihrer Niederlage bei der Präsidentschaftswahl im November neuen Schwung zu geben.
Das DNC ist das Führungsgremium der Partei. Der DNC-Chef hat zwar vor allem organisatorische Aufgaben, das Gremium spielt aber unter anderem eine wichtige Rolle bei der Spendensammlung für Kandidaten im ganzen Land. Eine so große machtpolitische Bedeutung wie in Deutschland haben Parteivorsitzende im politischen System der USA nicht.
Der einflussreiche Gouverneur von Maryland, Wes Moore, warnte, die Partei dürfe nicht bis zu den nächsten allgemeinen Wahlen abtauchen. Shasti Conrad, die Vorsitzende der Demokraten im Bundesstaat Washington, betonte, die Partei könne nicht bis zu den nächsten Präsidentschaftswahlen 2028 warten, um verloren gegangenes Vertrauen der US-Bürger zurückzugewinnen – der Kampf beginne jetzt.
Der neue DNC-Chef betonte nach seiner Wahl insbesondere die Notwendigkeit für die Demokraten, sich wieder mit den Wählern der Arbeiterschaft zu verbinden und den Wahlkampf in alle 50 Bundesstaaten zu tragen – selbst in die Bastionen der konservativen Republikaner. „Donald Trump und seine milliardenschweren Verbündeten seien gewarnt – wir werden sie für die Abzocke der arbeitenden Familien zur Rechenschaft ziehen, und wir werden sie an der Wahlurne besiegen“, kündigte Martin nach seiner Wahl öffentlich vor Journalisten an.
AFP