Die Stunde der arabischen Staaten

von Redaktion

Verhandlungen in Saudi-Arabien

Es ist ja nicht so, dass nur wir Europäer nicht darüber informiert werden, was Donald Trump so alles vor hat. Auch Saudi-Arabiens Führung soll aus der Zeitung erfahren haben, dass die Treffen zur Zukunft der Ukraine in ihrem Land stattfinden sollen. Doch die Saudis haben schnell erkannt, dass das ein Riesen-Geschenk für sie ist. Nicht nur, um das eigene, durch die Ermordung des Journalisten Jamal Kashoggi 2018 angeschlagene Image aufzupolieren. Sondern vor allem, weil durch diesen Verhandlungsort indirekt der Nahost-Konflikt mit dem Krieg in der Ukraine vermengt werden kann.

Die Ukraine ist den Saudis ziemlich egal, der Krieg ist für sie allenfalls unter Bezug auf (durch die Sanktionen erzwungene) russische Dumping-Preise beim Öl ein Ärgernis. Kronprinz Mohammed bin Salman wittert nun aber seine Chance, Druck auf die USA in Sachen Nahost-Konflikt ausüben zu können. Ein typischer Trump-Deal halt: Für Hilfe bezüglich der Russen gibt‘s Entgegenkommen bei der Palästinenser-Frage.

Trump hat schon in seiner ersten Amtszeit eine innige Beziehung zu den Saudis gepflegt. Doch diese Freundschaft ist durch die Drohung des US-Präsidenten, die Palästinenser aus Gaza in arabische Staaten umzusiedeln, schwer belastet. Die Saudis haben sich an diesem Punkt sofort mit Ägypten und Jordanien solidarisch erklärt und einen arabischen Gipfel in Riad einberufen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der dort erarbeitete arabische Gaza-Plan bei Trump Gehör findet, ist gestiegen.

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