Berlin – Gregor Gysi (Linke) freut sich auf seine Rolle als Alterspräsident bei der Konstituierung des neuen Bundestags. „Es ist eine Ehre und eine Verantwortung“, sagte er der vom Bundestag herausgegebenen Wochenzeitung „Das Parlament“. Er werde die erste und letzte Rede seines Lebens als Alterspräsident ohne Zeitbegrenzung halten – das sei schon etwas Besonderes. „Es ist wirklich angenehm, nicht ständig auf die Uhr schauen und nach zwei Minuten abbrechen zu müssen. Aber keine Sorge, ich werde das nicht missbrauchen.“ Der Alterspräsident eröffnet und leitet die erste Sitzung des neuen Bundestags, bis der neue Bundestagspräsident oder die neue Bundestagspräsidentin gewählt ist. Gysi wird das Amt als dienstältester Abgeordneter übernehmen. Er gehört dem Parlament mit Unterbrechung seit fast 31 Jahren an. Auf die Frage, ob er schon wisse, was er sagen wolle, antwortete Gysi, er sei abergläubisch. „Ich habe immer gesagt: Wenn man sich vor der Wahl auf das Amt des Alterspräsidenten vorbereitet, wird man es nicht bekommen.“ Daher habe er erst mal die Finger davon gelassen. „Erst jetzt fange ich an, mir, wie der Berliner sagt, ‚eine Birne zu machen‘, was ich da so sagen könnte.