Berlin – Im Hintergrund wird zwischen Union und SPD bereits erörtert, wer für welchen Ministerposten infrage kommt. Gerade bei CDU und CSU sind Frauen in der ersten Reihe derzeit selten zu sehen. Unsere Redaktion hat deshalb bei prominenten Unions-Politikerinnen nachgefragt: Sollte das neue Kabinett paritätisch besetzt werden?
Die stellvertretende CDU-Generalsekretärin Christina Stumpp ist von einer paritätischen Besetzung als Selbstzweck wenig überzeugt: „Ich halte es für wichtig, dass die Besetzung auf Grundlage von Kompetenz, Erfahrung und Qualifikation erfolgt.“ Grundsätzlich, auch außerhalb der Politik, müssten Frauen und Männer die gleichen Chancen haben. „Im Idealfall, ohne dass eine Quote oder geschlechterspezifische Vorgaben notwendig sind.“
Auch Dorothee Bär, stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Bundestag, ist gegen eine Quote. „Es braucht starke Frauen in der Politik. Ich bin mir sicher, dass sich dies auch im nächsten Kabinett abbilden wird“, sagte sie unserer Zeitung. Bär selbst ist aussichtsreiche Kandidatin, auch CDU-Schatzmeisterin Julia Klöckner gilt als chancenreich. Ähnlich wie Bär hält sich Klöckner während der Verhandlungen bedeckt: „Erst wenn wir auf der inhaltlichen Ebene klare Fortschritte erzielt haben, wird es der richtige Zeitpunkt sein, um intern über konkrete Personalbesetzung zu sprechen.“
Frauen in hohen Ämtern gerne, wenn sie auch fachlich die bestgeeigneten sind, lautet wohl das Credo. Hessens CDU-Fraktionsvorsitzende Ines Claus sieht in ihrer Partei „viele hochkompetente und starke Frauen“. Geschlechterquoten seien der zweitbeste Weg. „Deswegen schließe ich mich Friedrich Merz an, dass es danach auch mehr Frauen als Männer im Kabinett geben könnte.“ Dass es tatsächlich so kommt, darf aber wohl bezweifelt werden.
M. MAIER/A. SCHMID