München/Berlin – Beim diesjährigen Politischen Aschermittwoch – so direkt nach der Bundestagswahl – schaut man genau hin: Welche Partei schickt wen zum politischen Schlagabtausch? Und da ist die Aufstellung der gerade führungslosen FDP ganz aufschlussreich. Denn nur einen Tag nach der offiziellen Einladung zum 5. März in Dingolfing schickt die Bayern-FDP einen Nachtrag: „Als Redner wurde Christian Dürr ergänzt.“ Der Politische Aschermittwoch könnte also ein Stimmungstest für den Noch-Chef der Bundestagsfraktion sein.
Wie das „Handelsblatt“ berichtet, steht Dürr nämlich als Nachfolger von Parteichef Christian Lindner im Raum. Demnach hofft man an der Basis auf den 47-jährigen FDP-Mann als Kompromisskandidaten. Denn mit den bisher kursierenden Namen – Marie-Agnes Strack-Zimmermann und Wolfgang Kubicki – scheint man nicht gerade zufrieden zu sein. Die eine gilt als zu sozialliberal, der andere als zu konservativ. In der Partei brauche es aber jemanden, der beide Lager vereint, heißt es.
Dürr wird zwar eher den Konservativen zugerechnet, er hat sich aber bei etwa der Abstimmung über das Zustrombegrenzungsgesetz auch für einen Kompromiss eingesetzt. Ein Versuch, zu einen.
Noch sortiert sich die Partei. Aber zumindest nach Aufhören hat sich Dürrs letzter Beitrag im Netz nicht angehört. Es „gibt keinen Grund zur Resignation“, schreibt er. „Denn jetzt beginnt auch ein neues Kapitel.“ Zunächst einmal als Aschermittwochs-Redner.
HUD