Israel: Waffenruhe am seidenen Faden

von Redaktion

Berlin – Deutschland kritisiert die israelische Blockade von Hilfslieferungen für den Gazastreifen scharf. „Die Gewährung oder Versagung humanitären Zugangs ist kein legitimes Druckmittel in Verhandlungen“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Montag.

Der Sprecher forderte zugleich die radikalislamische Hamas auf, die verbliebenen Geiseln „unverzüglich“ freizulassen. Die Bundesregierung rufe beide Seiten auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, um den Fortbestand der Vereinbarung über eine Waffenruhe und die Freilassung der Geiseln zu sichern.

Die Bundesregierung führt demnach Gespräche mit Israels Regierung, der Palästinensischen Autonomiebehörde und den arabischen Partnern und Golfstaaten. Deutschland bemühe sich zu diesem „gefährlichen Zeitpunkt“ darum, „dass sich die Dinge in eine richtige Richtung bewegen“.

Die erste Phase der am 19. Januar in Kraft getretenen Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas war am Samstag ausgelaufen. Eigentlich sollten noch in der ersten Phase Verhandlungen über eine zweite Phase geführt werden, welche die Freilassung der 24 israelische Geiseln ermöglichen und den Weg für ein dauerhaftes Ende des Krieges ebnen soll.

Stattdessen hängt die Vereinbarung jetzt an einem seidenen Faden. Israel stimmte in der Nacht zum Sonntag einem US-Vorschlag zu, die Waffenruhe im Gazastreifen während des islamischen Fastenmonats Ramadan und des jüdischen Pessach-Festes zu verlängern. Die Hamas lehnte dies ab. Daraufhin hatte Israel die Hilfslieferungen ausgesetzt.

Artikel 4 von 11