Der argentinische Botschafter Luis Pablo Maria Beltramino (2.v.l.) betet für den Papst. © Borgia/dpa
Vatikanstadt – Papst Franziskus wird nicht an den jährlichen Besinnungstagen zur Fastenzeit im Vatikan teilnehmen. Die sogenannten Fastenexerzitien der römischen Kurie vom 9. bis 14. März finden jedoch „in spiritueller Gemeinschaft“ mit dem Papst statt, wie der Vatikan gestern mitteilte. Geleitet werden die Meditationen von dem italienischen Kapuzinerpater Roberto Pasolini, seit November „Prediger des Päpstlichen Hauses“. Der Titel der Exerzitien in der vatikanischen Audienzhalle lautet „Die Hoffnung des Ewigen Lebens“.
Bereits vergangene Woche hatte der Vatikan die Teilnahme des Papstes an den Feiern zum Aschermittwoch abgesagt. Anstelle von Franziskus wird Kardinal Angelo De Donatis den Gottesdienst in der Basilika Santa Sabina und den Bußgang auf dem römischen Aventin-Hügel leiten.
Der 88-jährige Papst Franziskus hat nach zwei weiteren schweren Atmungskrisen am Montag eine ruhige Nacht verbracht. Das Kirchenoberhaupt habe „die ganze Nacht geschlafen und ruht sich weiter aus“, teilte der Vatikan gestern mit. Die künstliche Beatmung über eine Sauerstoff-Maske sei wieder zurückgefahren worden, hieß es. Am Vortag mussten seine Bronchien zweimal leergepumpt werden, um ihn vor dem Ersticken zu bewahren. Während der Behandlungen sei der Papst „zu jeder Zeit wach, orientiert und kooperativ“ geblieben, erklärte der Vatikan. Allerdings wächst mit jedem Rückschlag die Sorge um den Papst. Die Ateminsuffizienz sei durch eine „erhebliche Schleimansammlung“ in den Bronchien und eine daraus resultierende Verkrampfung hervorgerufen worden. Die Ärzte wollten keine weiteren Prognosen abgeben. „Es gibt Höhen und Tiefen“, verlautete aus Vatikankreisen. Sein Gesundheitszustand wurde als „fragil“ bezeichnet. Weitere Komplikationen seien nicht ausgeschlossen.
Franziskus nutze den Tag zum Gebet und zur Erholung und sei bei guter Laune. Zugleich teilte der Vatikan am Dienstagmittag die 27. Bischofsernennung durch den Papst seit dem 14. Februar, dem Tag, an dem er in die Gemelli-Klinik gebracht worden war, mit. Seither hat die Öffentlichkeit ihn nicht zu Gesicht bekommen. Es gibt keine Bilder oder Videos von Franziskus. Sein Vorvorgänger Johannes Paul II. hatte sich auch im Krankenhaus fotografieren lassen. Besuche, wie am Sonntag von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, sind vorerst nicht geplant. Am Montagabend beteten viele Menschen auf dem Petersplatz für seine Genesung, unter ihnen Ordensfrauen, Geistliche und Kurienkardinäle. Das Rosenkranzgebet wurde geleitet von Kardinal Robert Prevost, dem Präfekten der Vatikanbehörde für die Bischöfe.
KNA/DPA