Bericht: US-Kontakte zu Selenskyj-Gegnern

von Redaktion

Amerikaner sollen auf Wahl gedrängt haben: Poroschenko und Tymoschenko lehnen ab

Petro Poroschenko war vor Wolodymyr Selenskyj Präsident der Ukraine. © dpa

München – Die US-Regierung hat offenbar Kontakt zur ukrainischen Opposition aufgenommen. Das mutmaßliche Ziel: Wahlen zu erzwingen, um Wolodymyr Selenskyj als ukrainischen Präsidenten zu stürzen.

Laut dem US-Nachrichtenportal „Politico“ haben vier hochrangige Mitarbeiter von US-Präsident Donald Trump Gespräche mit den ukrainischen Ex-Präsidenten Petro Poroschenko und Julija Tymoschenko aufgenommen. Dabei sei es darum gegangen, ob trotz des Kriegs schnell Wahlen durchgeführt werden könnten.

Gegen seinen Vorgänger Poroschenko, der durch seine Schokoladen-Firma und Rüstungsgeschäfte zum Milliardär wurde, hatte Selenskyj vor drei Wochen weitreichende Sanktionen verhängt und damit den Zorn der politischen Gegner auf sich gezogen. Demnach darf der ehemalige Staatschef die Ukraine nicht verlassen, außerdem hat er keinen Zugriff auf sein Vermögen mehr, darf nicht im Fernsehen oder Radio auftreten oder das Internet benutzen. Im ukrainischen Parlament kam es in der Folge zu tumultartigen Szenen.

Selenskyj warf Poroschenko vor „die nationale Sicherheit der Ukraine zerstört und Russland geholfen“ zu haben. Spekuliert wurde daraufhin, ob Poroschenko geheime Kontakte zu russischen Unterhändlern aufgenommen hatte.

Doch der mögliche Plan Trumps, Selenskyj durch Wahlen loszuwerden, scheint nicht aufzugehen: Poroschenko und Tymoschenko schlossen nach den Berichten über Gespräche mit US-Vertretern eine baldige Wahl aus. Sein Team sei stets „kategorisch gegen die Abhaltung von Wahlen während des Kriegs“ gewesen und vertrete diese Haltung nach wie vor, erklärte Poroschenko. Wahlen könnten nur im Fall einer Waffenruhe und Unterzeichnung eines Friedensabkommens mit Sicherheitsgarantien für die Ukraine stattfinden, betonte der Oppositionspolitiker, der von 2014 bis 2019 ukrainischer Präsident war.

Zudem ist Selenskyj auch dank des Eklats im Weißen Haus wieder unangefochten populär: Laut der jüngsten Umfrage unterstützen 44 Prozent seine Wiederwahl.
KR

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