Eltern mit jugendlichen Kindern kennen das Problem: Der Nachwuchs hat das Handy mehr in der Hand, als es einem lieb ist. Gerade Tiktok und Co. wird eine große Suchtgefahr unterstellt, und wegen mangelndem Jugendschutz hat die Europäische Union im Februar ein Verfahren gegen das Video-Portal eingeleitet. In Australien wurde Tiktok für unter 16-Jährige bereits verboten, und auch in anderen Ländern wird diese Maßnahme ernsthaft diskutiert.
Dass die beliebte Plattform jetzt mit neuen Jugendschutzmaßnahmen auf die anhaltende Kritik reagiert, ist mehr als überfällig, denn Kinder sollten im Netz nicht alleingelassen werden. Eltern haben jetzt die Möglichkeit, das Tiktok-Verhalten gezielt zu steuern. Konnte bisher nur die tägliche Nutzungsdauer geregelt werden, kann man jetzt gezielte Zeitfenster festlegen, in denen Tiktok genutzt werden kann. Und auch andere Einschränkungen wie die Sperrung nächtlicher Nachrichten müssen unter 16-Jährige künftig wohl in Kauf nehmen.
Die Eltern wird‘s freuen, den Nachwuchs weniger. Klar ist: Mit den neuen Möglichkeiten sind Konflikte in Familien vorprogrammiert, wenn Eltern auf deren Durchsetzung pochen. Und ein anderes Problem – nämlich das, wie Kinder vor jugendgefährdenden Inhalten geschützt werden können – ist damit längst noch nicht vom Tisch.
CLAUDIA.MUSCHIOL@OVB.NET