Pistorius vergreift sich grob im Ton

von Redaktion

Er nennt Unionsleute „gewissenlos“

Hören wir recht? „Sie haben kein Gewissen. Humanität und Verantwortung für andere Menschen? Nullkommanull“, soll der SPD-Verhandler Boris Pistorius nach der Asyl-Sondierung über die Unionsleute Alexander Dobrindt und Thorsten Frei gesagt haben. Vor versammelter Mannschaft, in der SPD-Fraktion, in der schon vorher kein Mangel herrschte an Abneigung, ja Verachtung gegenüber der Union und ihrem Chef Merz. Das ist unverantwortlich. Wenn das der neue Ton in der schwarz-roten Koalition ist, dann gute Nacht.

Deutschland braucht jetzt Brückenbauer, keine Einpeitscher – davon gibt es im Bundestag schon genug. Gerade auf Pistorius hat man in der Union große Stück gehalten. Er hätte aus seiner Ampelerfahrung lernen können: Die Entfremdung zwischen Partnern beginnt mit der Art, wie man übereinander spricht. Dem künftigen Mitkoalitionär das „Gewissen“ abzusprechen, ist das Respektloseste, was man sich vorstellen kann – diesen Punkt hatte die Ampel erst nach drei Jahren erreicht, als der Kanzler dem FDP-Chef fehlende „sittliche Reife“ attestierte. Und neben solchen Leuten will Pistorius jetzt vier Jahre lang im Kabinett sitzen?

Kurz vor dem Auftritt in der SPD-Fraktion waren die Sondierer von SPD, CDU und CSU noch gemeinsam auf Beutefang gegangen, hatten viele Milliarden für besonders treue Stammwähler abgegriffen, zulasten aller anderen Steuerzahler, denen man erzählte, das Geld werde für die Infrastruktur benötigt. Union und SPD wollten doch eine Regierung bilden, keine Räuberbande, in der man übereinander so derb und hässlich redet, wie Pistorius es tut. Das von Putin und Trump bedrängte Europa wartet auf Deutschland, also blamiert uns bitte nicht!

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