KOMMENTAR

Auf der Suche nach Leichtigkeit

von Redaktion

Nach dem Nockherberg

Der Ärger über die Redner auf dem Nockherberg ist so alt wie die Veranstaltung selbst. Der legendäre Walter Sedlmayr verspottete in den 80ern Bayerns SPD-Chef Helmut Rothemund als „Herrn Dings“, worauf ihn selbiger knapp und prägnant ein „Arschloch“ nannte. Andere, Django Asül oder Christian Lerchenberg, wurden wegen allzu harter Formulierungen einfach ausgetauscht. Heute spricht Asül beim Maibock – im Auftrag des Finanzministers.

Maxi Schafroth befindet sich also in guter Gesellschaft, wenn er Kritik abbekommt. Manche finden gar, die Lage sei insgesamt zu ernst für so eine Veranstaltung. Dabei rufen gerade schwierige Zeiten nach leichten Momenten, in denen man dem Wahnsinn des Alltags mit Humor begegnet. Das Bayerische mit seinem Grant, anarchischen Elementen und Hinterfotzigkeit böte da eine breite Palette. Die Singspiel-Autoren Betz/Oehmann beherrschten sie fulminant.

Schafroth wirkt dagegen moralinsauer, wenn er Politikern „eindimensionale, banale Boshaftigkeit“ vorwirft. Die Rolle des Fastenpredigers will er nicht einnehmen, dabei würde sie solchen Urteilen die Härte nehmen, so wie einst die „Mama Bavaria“ von Luise Kinseher. Die Zuschauer würden auf dem Nockherberg halt gerne wieder mehr schmunzeln oder gar lachen – gerade in ernsten Zeiten. Doch dazu braucht es wohl einen neuen Redner.

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